Am 19. Januar hat das EU-Parlament einer Neufassung eines Gesetzes von 2003 zugestimmt. Dieses Gesetz soll im einzelnen die Entsorgung der unterschiedlichsten Arten von Elektroschrott besser regeln und die Recycle-Quote in den einzelnen europäischen Staaten erhöhen. Ziel ist es, den illegalen Export, bspw. nach Afrika, zu unterbinden und die in den Geräten enthaltenen Rohstoffe wieder zu verwerten. Auch für Capurro stellt sich die Frage nach der Entsorgung des elektronischen Schrottes:
„Der dritte Themenbereich, den ich herausstreichen möchte, betrifft die Auswirkung der Materialitäten der IKT auf die Natur und die natürlichen Ressourcen. Der elektronische Abfall ist ein wichtiges Thema in der digitalen Ethik geworden (IRIE 2009). Es betrifft u.a. Endlagerung und Recycling von IKT-Geräten, die schon heute verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt insbesondere durch den Export in die Dritte Welt haben. Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit sind umgehend aufzuarbeiten, in Zusammenhang mit den Möglichkeiten, die die IKT zur Förderung von Sicherheit, zur Verringerung von Hunger und zur Bekämpfung von Krankheiten bringen können. Ich vertrete eine Ausweitung des Diskurses über Menschenrechte in die Bereiche der Rechte nicht-humaner Lebensformen. Die gegenwärtige ökologische Krise ist ein klares Zeichen dafür, dass wir unsere Lebensweise ändern müssen, um nicht Meister, sondern Betreuer der Umwelt zu werden.“ (http://www.capurro.de/DigitaleEthik.html)
Mit der nun beschlossenen Richtlinie von Seiten der EU kommen wir dieser Forderung sowie unserer eigenen Verantwortung gegenüber den Menschen in Afrika und unserem eigenen „digitalisierten Leben“ ein wenig näher. Zusätzlich lässt sich mit einem nachhaltigeren Umgang mit Elektroschrott eine nicht unerhebliche Menge an Geld verdienen, bestehen die Geräte doch aus teils hochwertigen und teuren Metallen. Hier wird dann sogleich deutlich, dass es hier wohl weniger um die ökologischen Interessen, als vielmehr um wirtschaftliche Fragen geht, wobei der Deckmantel der Ökologie wohl ein sehr willkommener ist.